Bundesliga

Kevin Vogt wechselt von Hoffenheim zu Union Berlin

Verteidiger verlässt die TSG nach siebeneinhalb Jahren

Fix: Vogt wechselt zu Union Berlin

Kevin Vogt verabschiedet sich von der TSG Hoffenheim wechselt zu Union Berlin.

Kevin Vogt verabschiedet sich von der TSG Hoffenheim wechselt zu Union Berlin. IMAGO/Avanti

Die Zeit drängte, denn offenkundig wollten alle Beteiligten klare Verhältnisse, ehe an diesem Wochenende die Bundesliga ins neue Jahr startet, die TSG ja bereits am Freitagabend bei Bayern München. Also wurde am Donnerstagnachmittag offiziell verkündet, worüber kicker online bereits am Dienstag berichtet hatte: Kevin Vogt wechselt mit sofortiger Wirkung zum Ligakonkurrenten Union Berlin. Statt mit den Kraichgauern in München dürfte der 32-Jährige einen Tag später in Freiburg bereits für die Berliner eine Rolle spielen.

Nach kicker-Informationen haben sich die Klubs auf Ablösemodalitäten geeinigt, die der TSG inklusive möglicher Boni rund 1,5 Millionen Euro einbringen. Vogt, der noch bis 2025 gebunden war, soll in Berlin insgesamt besser verdienen, vor allem wegen der längeren Vertragslaufzeit. Dem Vernehmen nach erhält der Abwehrspieler, der künftig Unions Dreierkette anleiten soll, einen bis 2026 datierten Vertrag plus einer Option unter gewissen Voraussetzungen auf eine weitere Saison.

Damit verliert Hoffenheim seinen in dieser Spielzeit bislang besten und zuverlässigsten Verteidiger. Man darf gespannt sein, wie Trainer Pellegrino Matarazzo diese Lücke künftig schließt. In der laufenden Spielzeit stand der 32-Jährige in allen 16 Bundesligapartien für die Sinsheimer auf dem Platz (kicker-Durchschnittsnote: 3,28) und schaffte es damit in die Nationale Klasse der Winter-Rangliste des kicker

Wir brauchen Spieler, die sich zu einhundert Prozent mit unserem Klub identifizieren.

Alexander Rosen

"Kevin war seit Juli 2016 bei der TSG und ist in unserer Bundesliga-Geschichte schon beinahe als Institution zu bezeichnen. Er gab uns nun zu verstehen, dass er seine Zukunft nicht mehr im Trikot der TSG sieht und das für einen 32 Jahre alten Spieler sicher ungewöhnliche und als enorm attraktiv zu bezeichnende Angebot von Union Berlin unbedingt annehmen will. Wir haben über die Situation sowie die damit verbundenen Konsequenzen beraten und schließlich entschieden, Kevin ziehen zu lassen", erklärt TSG-Geschäftsführer Alexander Rosen und stellt klar: "Wir sind ambitioniert und brauchen dafür Spieler, die sich zu einhundert Prozent mit unseren Zielen und dem Klub identifizieren. Wir danken Kevin für siebeneinhalb Jahre, in denen er seinen Teil zu den TSG-Erfolgen beitrug."

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"Ich habe selbst noch mit Kevin zusammengespielt und schätze ihn und seine Fähigkeiten auf dem Platz. Dementsprechend nahm er in unseren Planungen auch weiterhin eine Rolle ein", versichert Pirmin Schwegler, Hoffenheims Leiter Profifußball, "wenn ein Spieler aber derart auf einen Wechsel drängt, da er in fortgeschrittenem Fußball-Alter für sich noch einmal eine andere Perspektive sieht, stellt sich die Frage, was für uns als Klub und vor allem für unser Team das Beste ist. Diese Fragestellung haben wir für uns klar beantwortet und gehen nun mit viel Zuversicht in die bevorstehenden Herausforderungen."

Vogt kam im Sommer 2016 vom 1. FC Köln nach Hoffenheim und war zwischenzeitlich mal für ein halbes Jahr (2020) an Werder Bremen verliehen. Union ist bereits seine sechste Station in der Bundesliga. Der gebürtige Wittener spielte zunächst beim VfL Bochum, später in Augsburg, Köln, Hoffenheim, kurz in Bremen und nun in der Hauptstadt.

Bereits in gut fünf Wochen gibt es ein Wiedersehen in Sinsheim, dann sind die derzeit noch abstiegsbedrohten Berliner bei der TSG zu Gast. Auch vor vier Jahren hatte Vogt Hoffenheim bereits einmal im Winter verlassen. Nachdem er seinen Stammplatz unter dem damaligen Coach Alfred Schreuder verloren hatte, ließ sich der gebürtige Wittener für die Restsaison nach Bremen verleihen. Gleich im zweiten Spiel mit Werder traf Vogt bei Werders 0:3-Niederlage auf seine Ex-Kollegen. Am Saisonende hatte Vogt geholfen, Bremen in der Relegation gegen Heidenheim (0:0 und 2:2) zu retten, und war zur TSG zurückgekehrt, bei der Schreuder mittlerweile Geschichte war.

In Berlin freut man sich auf den Neuen. "Kevin ist ein Spieler, der mutig ist, eine Mannschaft führen kann und unserem Team mit seiner Mentalität und Willenskraft gut tun wird", sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert.

Michael Pfeifer

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