eSport

"Zutiefst frustriert": T1 beklagt DDoS-Attacken - Druck auf Riot

LoL-Weltmeister stellt Spieler-Streams ein

"Zutiefst frustriert": T1 beklagt DDoS-Attacken - und macht Druck auf Riot

T1 klagt über anhaltende DDoS-Attacken - und deren Folgen.

T1 klagt über anhaltende DDoS-Attacken - und deren Folgen. Colin Young-Wolff/Riot Games

Schon seit "fast sechs Monaten" sei T1 laut eigener Aussage regelmäßig Opfer von DDoS-Attacken, die die "normalen Trainingsabläufe" beeinflussen sollen. SoloQ-Matches seien für das Team um LoL-Superstar Sang-hyeok Lee alias 'Faker', der jüngst als Erster in die Hall of Legends einzog, phasenweise unmöglich. Ein herber Verlust, denn: "Sie sind ein entscheidender Faktor für hochkarätige Spieler, fokussiert zu bleiben, sich an die Meta anzupassen und ihre Top-Leistung beizubehalten."

Was ist eine DDOS-Attacke?

  • Die Abkürzung DDoS stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und steht für "Distributed Denial of Service". Dabei wird ein Server oder auch eine einzelne IP-Adresse gezielt mit so vielen Anfragen bombardiert, dass Server oder Router die Daten-Menge nicht mehr bewältigen kann, entsprechend langsamer wird und gegebenenfalls sogar zusammenbricht. Bei einer DDoS-Attacke kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme für einen großflächig koordinierten Angriff zum Einsatz.

Da T1 keine nachhaltige Besserung beobachtet, macht der "zutiefst frustrierte" LoL-Weltmeister nun "das wahre Ausmaß der Störung" öffentlich. Die jüngste Folge der DDoS-Attacken: Die Organisation stellt bis auf Weiteres ihre Spieler-Livestreams zu SoloQ-Sessions ein, was "signifikante finanzielle Auswirkungen" habe.

Ärger richtet sich vor allem gegen Riot

Wie sehr die DDoS-Attacken die Arbeit bei T1 tatsächlich erschweren, ist von außen kaum einzuschätzen. Rhetorisch greifen die Koreaner zu schwereren Geschützen: "Ernsthaften Einfluss" haben sie demzufolge auf das Training und die Vorbereitung. Die Entscheidung der Spieler, "sich trotz dieser Herausforderungen weiterhin zu konzentrieren und zu engagieren, ist lobenswert".

Einige Kommentare unterhalb des X-Posts werfen T1 jedoch vor, nach Ausreden für die zuletzt verhältnismäßig eher schwankenden Leistungen zu suchen. Obgleich der Weltmeister selbst angibt, dass etwa für das MSI 2024 im Zusammenspiel mit Riot Korea eine Lösung im Hauptquartier implementiert worden sei. Seither habe sich das Problem aber "gewandelt": Ziel seien nun eben die Spieler-Accounts direkt.

Der größte Ärger seitens T1 und aus der Community richtet sich derweil gegen den Entwickler: "Wir hatten gehofft, dass Riots Büro in Korea und Riot Games eine Langzeitlösung ausarbeiten würden. Das ist bedauerlicherweise noch nicht passiert." Entsprechend sei es nun "das Hauptanliegen", dass Publisher und regionaler Ableger "ihrer Verantwortung nachkommen und die Attacken stoppen". Eine Reaktion von Riot, ob man sich tatsächlich technisch verantwortlich sieht, steht noch aus.

Integrität der LoL-Wettbewerbe gefährdet?

DDoS-Attacken sind keine Neuheit in der Gaming-Peripherie. Auch Electronic Arts (EA) und deren Server waren unter anderem schon betroffen. Dass jedoch über Monate hinweg gezielt eine eSport-Organisation angegriffen wird, ist eine Seltenheit. Sollten die Beeinträchtigungen durch Attacken nicht zeitnah abgestellt werden, könnte die Integrität der koreanischen LoL-Liga LCK und weiterer Wettbewerbe, an denen T1 teilnimmt, wohl zumindest öffentlich infrage gestellt werden.

nas

Die 10 erfolgreichsten eSport-Organisationen 2023 - Nach Zuschauerzeit