Bundesliga

Zu wenig Austausch? Rose kann Werners Kritik nicht nachvollziehen

Leipzig-Coach: "Mein Büro steht immer offen"

Zu wenig Austausch? Rose kann Werners Kritik nicht nachvollziehen

Gehen seit Januar getrennte Wege: Marco Rose und Timo Werner.

Gehen seit Januar getrennte Wege: Marco Rose und Timo Werner. IMAGO/Christian Schroedter

Nur acht Bundesligaspiele in der Hinrunde: Für Timo Werner war selten Platz in der Leipziger Aufstellung, lediglich zweimal durfte er von Beginn an ran. Zu wenig für den ambitionierten Stürmer, der sich im Winter auf Leihbasis Tottenham Hotspur anschloss

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Und dort wieder Fuß gefasst hat. In sämtlichen fünf Pflichtspielen (viermal Premier League, einmal FA Cup) kam Werner von Beginn an zum Einsatz. Auch wenn er noch nicht ins Schwarze getroffen hat, zeigt er bei den Londonern ansprechende Leistungen. "Der Spaß ist vollkommen zurückgekehrt", sagte der Stürmer im Sky-Interview. "Ich habe mich als Mensch sehr verändert, ich bin viel fröhlicher geworden. Man kann nach fünf Spielen sagen, dass sich der Transfer gelohnt hat."

Dass er sich in Leipzig vernachlässigt fühlte, daraus macht Werner keinen Hehl. Es habe vor dem Transfer "relativ wenig Austausch" gegeben. "Im Verlauf der Hinrunde war klar, wie der Trainer über mich gedacht und mit mir geplant hat", sagte der 27-Jährige. "Manchmal passt es zwischen Personen oder auch zwischen Taktiken und Spielern nicht mehr. Das hat mir nicht mehr die Freude bereitet, die ich lange verspürt habe." Deshalb sei der Wechsel für alle Beteiligten der "richtige Schritt" gewesen.

Rose erinnert sich an "viele Gespräche"

Kritik, die auch in Richtung Marco Rose ging. Der RB-Coach reagierte allerdings gelassen auf die Worte des Stürmers, den er ja Stand jetzt auch bald wieder unter seinen Fittichen hat. Werners Leihe endet im Sommer, der Vertrag in Leipzig läuft noch bis 2026. "Ich glaube, ich habe mich sehr um Timo bemüht, wir haben viele Gespräche geführt", sagte Rose, der das Thema als "sehr komplex" bezeichnete. "Ich glaube, Timo sollte sich freuen, dass es ihm wieder richtig gut geht, dass er viel spielt, dass er Leistung bringt. Wir freuen uns für ihn."

Dass Rose stets gesprächsbereit gewesen sei, ließ er ebenfalls durchblicken. "Mein Büro steht immer offen, für jeden. Das weiß auch jeder. Die Möglichkeit bestand, mit mir Gespräche zu führen. Ich glaube, dass wir insgesamt in einem guten Austausch waren, jeder Spieler empfindet das auch ein Stück weit anders."

"Demütig sein" und "Situation richtig einschätzen"

Rose erinnerte auch daran, dass Werner "ähnliche Worte" gewählt hatte, als er im Sommer 2022 von Chelsea zu Leipzig gewechselt war. "Er sollte sich freuen, dass es ihm so geht, wie es ihm geht - so wie wir uns für ihn freuen", wiederholte Rose. "Ansonsten ist schon ein Stück weit innehalten, demütig sein, die Situation richtig einschätzen, glaube ich, auch wichtig." Werner solle "weitermachen und dranbleiben. Das ist gut für ihn, gut für uns, und dann werden wir sehen, wie es im Sommer weitergeht."

Werner selbst will sich mit dem Wechsel auch noch für die EM empfehlen, zuletzt hatte Julian Nagelsmann auf die Dienste des 57-maligen Nationalspielers (24 Tore) verzichtet. "Die EM hat eine Rolle gespielt", so Werner, der bei Tottenham als Flügelstürmer agiert. "Es war aber nicht mein Hauptargument. Ich wollte den Spaß am Fußball wiederfinden und genau diese Art von Fußball spielen. Das führt am Ende vielleicht dazu, dass ich bei der Europameisterschaft dabei sein kann."

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