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Wolfsburg holt Nationalspielerin Sarai Linder aus Hoffenheim

Für beide defensive Außenpositionen

"Sehr lohnende" Ablöse: Wolfsburg holt Nationalspielerin Linder aus Hoffenheim

Kann rechts wie links verteidigen: Sarai Linder.

Kann rechts wie links verteidigen: Sarai Linder. IMAGO/foto2press

Zur neuen Saison hätten dem VfL Wolfsburg mit Nuria Rabano und der jungen Diana Nemeth lediglich zwei auf Bundesliga-Niveau weniger erfahrene Linksverteidigerinnen zur Verfügung gestanden - für große Ambitionen zu wenig. Daher haben die Wölfinnen sich auf dieser Position nun namhaft verstärkt.

Von der TSG Hoffenheim wechselt Sarai Linder in diesem Sommer in die Autostadt, wo die 14-malige deutsche Nationalspielerin einen Vertrag bis 2027 unterzeichnet hat und die Rückennummer 39 erhält. Weil ihr Arbeitspapier im Kraichgau noch bis 2025 lief, wird eine Ablöse fällig. Nach der Freiburgerin Janina Minge und Caitlin Dijkstra vom FC Twente ist es Wolfsburgs dritter feststehender Neuzugang.

"Ich fühle mich sehr geehrt, das grün-weiße Trikot tragen zu dürfen. Für mich hat es sich damals nicht greifbar angefühlt, für so einen großen Klub zu spielen, deshalb hat mich das Interesse vom Verein sehr gefreut", sagt die 24 Jahre alte Linder in der VfL-Mitteilung. Die TSG zitiert sie so: "Mir ist diese Entscheidung sehr schwergefallen, denn die TSG Hoffenheim ist mein Verein und wird es auch immer bleiben. Ich bin einfach nur dankbar, wie ich hier in den vielen Jahren Tag für Tag auf meinem Weg unterstützt wurde." Ihr sei es ermöglicht worden, neben dem Fußball ein zweites Standbein aufbauen zu können: "Bis zum Schluss wurde Rücksicht genommen, damit ich Sport und Ausbildung unter einen Hut bekomme."

Rauch ging in die USA, Janssen zieht es nach England

Im Winter hatte Felicitas Rauch als langjährige Stammkraft den VfL in Richtung USA verlassen. Zudem war seit einiger Zeit bekannt, dass Dominique Janssen zum 1. Juli eine neue Herausforderung in England annehmen wird. Zwar verteidigt die Niederländerin am liebsten zentral, half als Linksfuß jedoch mehrfach außen aus.

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"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit Sarai eine weitere deutsche Nationalspielerin langfristig für uns gewinnen konnten", sagt Ralf Kellermann, Direktor Frauenfußball beim VfL Wolfsburg. "Sie ist nicht nur eine der derzeit besten deutschen Abwehrspielerinnen, sondern auch auf beiden Außenpositionen flexibel einsetzbar."

Hoffenheimer Umbruch geht weiter

Der Hoffenheimer Umbruch geht damit weiter: Die frühere Top-Torjägerin Nicole Billa wechselt nach Köln, Nationalspielerin Paulina Krumbiegel zu Juventus Turin, Ersatzkeeperin Lina von Schrader verabschiedete sich in Richtung Leipzig - und auch Innenverteidigerin Michaela Specht geht. Gerade auf den defensiven Außenbahnen, die zumeist Krumbiegel und Linder besetzt hatten, ist nun großer Bedarf entstanden.

"Kaum eine andere Spielerin trägt die DNA des Vereins so sehr in sich wie sie", sagt Ralf Zwanziger, Abteilungsleiter Frauenfußball bei der TSG. Und Stephan Lerch, Sportlicher Leiter und bislang auch Trainer, ergänzt: "Wir sind im Frühjahr in Gespräche zu einer möglichen Verlängerung ihres bis 2025 laufenden Vertrags gegangen, die Angebote wurden leider abgelehnt." Im Saisonendspurt sei Linder mit dem "ausdrücklichen" Wunsch gekommen, den Verein bereits in diesem Sommer verlassen zu dürfen. "Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer wieder Spielerinnen mit auslaufenden Verträgen ziehen lassen mussten, konnten wir mit Sarais Wechsel eine sehr lohnende Ablösesumme erzielen", streicht Lerch heraus.

Auf der Gegenseite stehen Chiara Hahn (Mittelfeld, SV Werder Bremen), Feli Delacauw (Mittelfeld, Fortuna Sittard) und Selina Cerci (Sturm, 1. FC Köln) als Neuzugänge fest.

pab

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