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"Geisteskranke 8:14": Hindernisläufer Bebendorf holt EM-Bronze und qualifiziert sich für Olympia

Leichtathletik-Europameisterschaften in Rom

"Geisteskranke 8:14": Hindernisläufer Bebendorf holt EM-Bronze und qualifiziert sich für Olympia

Gute Laune nach seiner Medaille: Karl Bebendorf.

Gute Laune nach seiner Medaille: Karl Bebendorf. IMAGO/Beautiful Sports

Der deutsche Hindernisläufer Karl Bebendorf hat Bronze bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Rom geholt. Der 28-Jährige aus Dresden musste sich am Montag nach den 3000 Metern in 8:14,41 Minuten nur den Franzosen Alexis Miellet und Djilali Bedrani geschlagen geben. Miellet gewann in 8:14,01 Minuten, Bedrani lief 8:14,36 Minuten.

Bebendorf ließ lange nach seinem Bronze-Coup noch einmal den berühmten Jubelschrei seines sportlichen Vorbilds Cristiano Ronaldo los - und nachdem das "Siuuu" verhallt war, lachte er nur noch. "Heute ist der Tag, an dem es mir gegönnt sei, mal mit Fahne um den Hals solche lauten Töne schreien zu dürfen", sagte der Sachse. Den Stolz über diese Bronzemedaille, dazu die erfüllte Olympia-Norm in "geisteskranken" 8:14,41 Minuten, strahlte der selbstbewusste Hindernis-"Ronaldo" in jeder Sekunde aus. "Ich habe unermüdlich daran gearbeitet und habe immer an mich geglaubt. Ich freue mich umso mehr, dass heute der Tag gekommen ist", sagte der Medaillengewinner.

Leichtathletik-EM in Rom

Die bislang letzte deutsche Medaille über diese Strecke gab es 1998, damals wurde Damian Kallabis Europameister. Bebendorf wäre fast noch zu Silber gespurtet und schaffte ebenso eine persönliche Bestzeit wie Frederik Ruppert aus Tübingen, der in 8:15,08 Minuten starker Vierter wurde. Velten Schneider aus Sindelfingen kam auf Rang 16.

Zoghlami wird noch eingefangen

Der Italiener Osama Zoghlami setzte sich zeitig vom Feld ab, das zunächst nicht reagierte, den Lokalmatador aber vor der Schlussrunde doch einholte. Dort hatten die beiden Franzosen am Ende die größten Reserven, Bebendorf lief nach Platz fünf in München vor zwei Jahren diesmal zu einer Medaille.

Zuvor lief Jean Paul Bredau aus Potsdam im Finale über 400 Meter in 45,11 Sekunden auf Platz sieben. Neuer Europameister wurde der Belgier Alexander Doom in 44,15 Sekunden vor dem Briten Charles Dobson, der 44,38 Sekunden lief. Rang drei belegte der Niederländer Liemarvin Bonevacia in 44,88 Sekunden. Der viermalige Europameister Matthew Hudson-Smith aus Großbritannien hatte seinen Start bei der EM abgesagt.

DPA

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