Handball

Erst EM-, dann Olympia-Quali: DHB-Frauen "nicht von null auf hundert"

Sechs Spiele in zwei Wochen

Erst EM-, dann Olympia-Quali: DHB-Frauen "nicht von null auf hundert"

Julia Maidhof sieht in dem Doppellehrgang "etwas Besonderes".

Julia Maidhof sieht in dem Doppellehrgang "etwas Besonderes". Marco Wolf

"Ich bin froh, dass wir nicht von null auf hundert in das Quali-Turnier gehen müssen. Wir haben die EM-Qualifikation eigentlich erledigt. Entsprechend können wir diese drei Spiele nutzen, um uns so weiterzuentwickeln, dass wir in der nächsten Woche in Topform sind", sagte Gaugisch und bekräftigte: "Die Olympia-Ausscheidung ist das Highlight, auf das wir seit Langem hinfiebern."

Vom 14. bis 17. April geht es für sein Team in Neu-Ulm um die erstmalige Teilnahme an den Sommerspielen seit 2008 in Peking. Dafür muss in dem Vierer-Turnier mit Slowenien, Montenegro und Außenseiter Paraguay mindestens Rang zwei her.

"Klar ist, dass wir vor allem in der zweiten Woche auf den Punkt liefern und vor allem für die beiden Knaller-Spiele gegen Slowenien und Montenegro gewappnet sein müssen. In den zwei Partien wollen wir unsere maximale Leistung abrufen und den großen Traum von Olympia wahr machen", sagte Gaugisch.

Dafür hat man den Lehrgang auch mit einer Leistungsdiagnostik gestartet, um wichtige Erkenntnisse auch mit Blick auf den anstehenden Sommer zu gewinnen.

EM-Qualifikation als Ouvertüre

Zuvor soll die Qualifikation für die EM-Endrunde vom 28. November bis 15. Dezember in Österreich, Ungarn und der Schweiz mit einer makellosen Bilanz abgeschlossen werden. Nach drei Siegen aus drei Spielen führt die DHB-Auswahl die Gruppe 2 mit 6:0 Punkten souverän an, rechnerisch fehlt noch ein Zähler für das EM-Ticket. "Man kann erwarten, dass wir alles dafür tun, erfolgreich zu sein", kündigte Gaugisch vor den Duellen mit der Ukraine und Israel in Heidelberg an.

Länderspiele 2024

Um personell für das Spiele-Sixpack innerhalb von zehn Tagen gewappnet zu sein, hat der Bundestrainer nach dem kurzfristigen Ausfall von Annika Lott noch 19 Spielerinnen in seinem Kader. "Wir müssen die zweite Woche im Blick haben. Das gibt uns die Chance, Belastungen zu verteilen. Wir wollen niemanden verschleißen, damit alle Spielerinnen in der Olympia-Qualifikation Vollgas geben können", begründete der 49-Jährige das ungewohnt große Aufgebot.

Julia Maidhof bekräftigte am Dienstag voller Vorfreude: "Wir sind alle heiß darauf." Die Rückraumspielerin vom SCM Ramnicu Valcea betont: "Die zwei Wochen im April sind etwas Besonderes. Jedes Spiel ist ein extrem wichtiger Teil für die Vorbereitung auf Neu-Ulm."

Sechs Partien, drei Fernsehsender

Der Endspurt in der EM-Qualifikation mit den drei Partien gegen die Ukraine am Donnerstag (19 Uhr) sowie gegen Israel (Samstag und Sonntag/17 Uhr und 18 Uhr) soll als lockerer Aufgalopp dienen. Die ersten beiden Partien werden von Sportdeutschland.TV übertragen, das abschließende Duell mit Israel am Sonntag von Sport 1.

Der Münchner Privatsender überträgt auch die Auftaktpartie in der Olympia-Qualifikation gegen Slowenien am 11. April (17.45 Uhr). Für die beiden weiteren Duelle mit Montenegro (13.04./14.15 Uhr) und Paraguay (14.04./13.30 Uhr) hat sich die ARD die Übertragungsrechte gesichert. Tickets sind noch für sämtliche Partien in Heidelberg und Neu-Ulm zu haben.

Stammformation steht

Experimente plant Gaugisch zwar nicht mehr, dafür geht es um zu viel. "Es hat sich ein eingespielter Kern herausgebildet. Es gibt Spielerinnen, an denen führt kein Weg vorbei", sagte der Bundestrainer. Dennoch ist die EM-Qualifikation auch noch einmal eine Art Casting für den Kampf um das Paris-Ticket und die Olympischen Spiele im Falle der erfolgreichen Qualifikation.

"Jede Spielerin ist aufgefordert, das Maximale herauszuholen und zu zeigen, dass sie die Mannschaft in vielen Bereichen bereichern kann", sagte Gaugisch und fügte hinzu: "Nur die, die sich hundertprozentig einbringen, werden sich durchsetzen. Das haben wir offen kommuniziert."

Zum Trainingsstart hat man sich erneut auf die Abwehrarbeit konzentriert. "Wir wollen gut verteidigen und viele Gegenstoßimpulse setzen. Da haben wir gegen die Slowakei einen guten Schritt gemacht", betonte Gaugisch und erklärte, dass man vor allem "die individuelle Leistung" der Spielerinnen im Blick habe.

Der Kader von Deutschland

Nr. Name Pos. Geb. Verein
12 Dinah Eckerle TW 16.10.1995 Thüringer HC
42 Katharina Filter TW 04.02.1999 Brest Bretagne HB/FRA
24 Sarah Wachter TW 16.12.1999 Borussia Dortmund
31 Alexia Hauf LA 18.07.1998 HSG Blomberg-Lippe
29 Antje Döll LA 03.10.1988 SG BBM Bietigheim
95 Johanna Stockschläder LA 11.02.1995 Thüringer HC
30 Jenny Behrend RA 20.01.1996 SG BBM Bietigheim
44 Meret Ossenkopp RA 21.06.1998 Borussia Dortmund
20 Emily Bölk RL 26.04.1998 FTC Budapest/HUN
28 Toni Reinemann RL 31.05.2001 VfL Oldenburg
11 Xenia Smits RL 22.04.1994 SG BBM Bietigheim
4 Alina Grijseels RM 12.04.1996 Metz HB/FRA
10 Mareike Thomaier RM 25.08.2000 TSV Bayer 04 Leverkusen
18 Mia Zschocke RM 28.05.1998 SCM Ramnicu Valcea/ROU
27 Julia Maidhof RR 13.03.1998 SCM Ramnicu Valcea/ROU
22 Maren Weigel RR 22.05.1994 TuS Metzingen
93 Julia Behnke KM 28.03.1993 TuS Metzingen
9 Lisa Antl KM 21.06.2000 Borussia Dortmund
7 Meike Schmelzer KM 19.07.1993 HC Dunarea Braila/ROU

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chs, DPA