Bundesliga

VfL Wolfsburg - Doppelsperre: Hasenhüttl muss rotieren

Wolfsburg gegen Gladbach mit veränderter Abwehrformation

Doppelsperre: Hasenhüttl muss rotieren - und ohne Odogu auskommen

Zum Rotieren gezwungen: Wolfsburgs neuer Trainer Ralph Hasenhüttl wird gegen Gladbach mindestens seine Defensive verändern.

Zum Rotieren gezwungen: Wolfsburgs neuer Trainer Ralph Hasenhüttl wird gegen Gladbach mindestens seine Defensive verändern. IMAGO/Jan Huebner

Rotation könnte das Wort dieser Saison werden beim VfL Wolfsburg. Was wurde  nicht schon alles diskutiert in den vergangenen Monaten. Über die vielen Wechsel von Ex-Trainer Niko Kovac, der sich beim Versuch, es allen Spielern im Kader irgendwie recht zu machen, verzettelte. Er tauschte seine Akteure umher, veränderte Positionen und regelmäßig das System, kam früh in der Saison von der Erfolgsspur ab.

Und wäre dennoch wohl kaum auf jene Elf gekommen, die sein Nachfolger Ralph Hasenhüttel am vergangenen Spieltag beim Debüt bei Werder Bremen (2:0) ins Rennen schickte. Zahlreiche Länderspielreisende, darunter die Topscorer Jonas Wind und Lovro Majer, saßen auf der Bank, der bislang enttäuschende Amin Sarr stand hingegen erstmals in der Startelf. Vier Wechsel nahm der Österreicher insgesamt vor, pendelte systematisch zwischen Dreier-, Vierer- und Fünferkette - und gewann. Der Auftakt geriet nicht schön, aber erfolgreich. Und das, so Hasenhüttl, "war das Wichtigste."

Hasenhüttl: "Deswegen sind Siege enorm wichtig"

Denn nur so kann es nachhaltig werden in Wolfsburg. "Auch für die Jungs war es ein ganz wichtiger Sieg", weiß der 56-Jährige, "weil alles, was man neu bringt, alles, was man neu predigt, alles, was man sich erarbeitet zwei Wochen lang, braucht Ergebnisse, um es zu untermauern." Bleiben die Siege aus wie in den vergangenen Monaten, "dann kannst du viel erzählen als Trainer, aber dann ist der Glaube sehr schnell auch wieder weg. Deswegen sind am Anfang Siege enorm wichtig."

Rotation? "Wir müssen alle auf dasselbe Level heben"

So soll's weitergehen, am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Mönchengladbach will Hasenhüttl den zweiten Dreier einfahren. Und er wird rotieren müssen - was er ohnehin nicht so schlimm findet. "Es geht gar nicht so sehr ums System oder Rotation", erklärt der neue Coach. "Die Topmannschaften spielen verschiedene Systeme, die haben verschiedene Arten, aufzubauen, Lösungen zu finden, auch mit unterschiedlichem Personal. Immer wieder sieht es sehr homogen und automatisiert aus. Genau darum geht es: Wir müssen alle 24 Spieler auf dasselbe Level heben, damit jeder, der reinkommt, sofort weiß, was er zu tun hat. Nur dann haben wir eine Chance zu funktionieren und zu gewinnen."

Sichere Wechsel wird es am Sonntag in der Abwehr geben. Maxence Lacroix fehlt nach seiner Notbremse in Bremen rotgesperrt, Cedric Zesiger, der einen verkappten Linksverteidiger gab, sah an der Weser seine fünfte Gelbe Karte. Bleiben nur noch zwei gelernte Innenverteidiger: Sebastiaan Bornauw, unter Kovac zuletzt meistens außen vor und in Bremen von Beginn an dabei, und Moritz Jenz, der überraschend draußen saß.

Youngster Odogu kehrte verletzt von der DFB-Auswahl heim

Die Chance wäre groß, in dieser Woche eines der großen Wolfsburger Abwehrtalente ins Training zu integrieren und als Innenverteidiger-Backup gegen Gladbach auf der Bank zu haben. Doch daraus wird für U-17-Weltmeiuster David Odogu nichts. Von der Länderspielreise mit der deutschen U-18-Nationalmannschaft kehrte der 17-Jährige mit einer Fußverletzung zurück. Bitter für den Abwehrspieler und auch für Hasenhüttl, der angekündigt hat, verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen zu wollen. "Wir haben hier ein paar überragende Jugendspieler, die sollten wir sehen und die sollten auch gesehen werden." Für das Gladbach-Spiel reicht es für Odogu aber nicht.

Thomas Hiete

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